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Digitales Vertrauen, die Herausforderung des Jahrhunderts

 

Wissenschaftliche Forschung, Bank, Blockchain, akademischen Welt ( Hochschulen)… Anlässlich seiner Veranstaltung im Olympischen Museum in Lausanne am 19. September 2019 hat der Clusis vier Experten zusammengerufen, um die Fragen im Zusammenhang mit dem digitalen Vertrauen zu diskutieren.

Zunächst einmal ist es das Eingeständnis eines Problems. angesichts immer neugieriger werdender Anwendungen, der Zunahme von Datendiebstahl-Skandalen und der wachsenden Robustheit der Gesellschaft, Können wir – als Individuen den Unternehmen und Dienstleistungen vertrauen, an die wir als vernetzte Männer und Frauen einen wachsenden Teil unserer Alltagsalltag delegieren? Es handelt sich also um die Beobachtung eines Paradoxons: Wie kann man diese unvermeidliche technologische Entwicklung, die sowohl die Privatsphäre der Bürger schützt als auch die Demokratie garantiert, angesichts von Instrumenten begleiten, die immer anspruchsvoller in Bezug auf personenbezogene Daten werden, um uns leistungsstarke Dienstleistungen anzubieten? Weit entfernt von der Naivität der Anfänge des Internets ist das digitale Vertrauen die entscheidende Herausforderung dieses Jahrhunderts.

Es gibt kein Wachstum ohne Vertrauen und es gibt kein Vertrauen ohne Wachstum“, hämmerte François Hollande auf dem G8-Gipfel in Camp David 2012 aus. Der ehemalige französische Präsident hat damit ein Prinzip zurückgekehrt, das so alt ist wie die Welt, auf der unser Austausch beruht. Jede Transaktion zwischen zwei Personen basiert auf dem Begriff des Vertrauens. Sie ist es, die die Schaffung von Wohlstand ermöglicht. Mit der Digitalisierung der Firma kommt diese «Economy of Trust» wieder in den Vordergrund. Diese Entwicklung verändert die Art und Weise, wie wir konsumieren, teilen, arbeiten und austauschen. Es handelt sich also nicht um eine bloße digitale Welle, sondern um eine neue Welt, in der die Wirtschaft, die Politik und die Zivilgesellschaft nach ihren Bezugspunkten suchen. Im Mittelpunkt dieser Suche steht das Vertrauen.

In der Schweiz verdeutlichen die aktuellen Debatten um die Schaffung einer digitalen Identität (e-ID) die kolossale Arbeit, die im Gange ist. Zur Erinnerung: Die e-ID zielt auf ein einziges Identifizierungsverfahren für eine Vielzahl von Online-Diensten ab, anstelle der vielen aktuellen Passwörter. In der physischen Welt liegt diese Identität in der Verantwortung des Staates. Was ist mit der digitalen Welt? Zahlreiche private Akteure  eilen zum Tor.Dies gilt für das Projekt SwissSign, das SBB, die Post, Swisscom, Versicherer und Banken vereint. Dieses Konsortium bietet eine pragmatische technische Lösung, jedoch ohne einen genauen rechtlichen Rahmen.

Es wirft auch viele Fragen auf: Können die Bürger Unternehmen vertrauen, deren Geschäftsmodell teilweise auf der Datenökonomie basiert,? Umgekehrt wenn der Staat die Gesamtverantwortung hat, aber er kann nicht allein handeln.. Die Lösung kann in der Blockchain verschachtelt werden, dieseTechnologie ist mit einem digitalen, dezentralen, geteilten und fälschungssicheren Register vergleichbar. Guardtime, ein 2007 in Tallinn gegründetes Unternehmen für digitale Sicherheit, hat die gesamte E-government-Strategie Estlands entwickelt. Das Ziel von Guardtime war es, eine Technologie zu schaffen, die das Bedürfnis nach Vertrauen befriedigen kann. Und beantworten Sie Fragen wie: Wie kann man wissen, ob dieses staatliche Dokument authentisch ist oder ob dieses Gesundheitsformular korrekt ist?

Die Kryptographen von Guardtime haben daher die KSI-Blockchain erfunden, die Verschlüsselungstechnologie, die erfolgreich für die estnische Regierung eingesetzt wird. Estland ist heute das einzige Land, das vollständig digitalisierte staatliche Dienstleistungen anbietet, die keine physische Interaktion erfordern. Guardtime hat gerade  ihren Sitz nach Prilly (VD) verlegt, wo sie gerade eine strategische Partnerschaft mit Sicpa in Bezug auf E-government-Lösungen versiegelt hat. Softcom hat soeben Projektanträge für den Einsatz der GuardTime-Lösungen im Jahr 2020 in einem ersten Schweizer Kanton eingereicht.

Andere Schweizer Akteure plädieren für die Schaffung eines Tugendkreises ein, damit die Schweiz die Risiken und Chancen der Technologien in einer dematerialisierten, partizipativen Gesellschaft abschätzen kann. Diese digitale Verantwortung betrifft den Staat, die Unternehmen, die Bürger, die öffentliche Politik. So werden wir in der Lage sein, eine aufgeklärte und transparente digitale Gesellschaft aufzubauen. Die Debatte ist eröffnet.