Die Wahrheit der Unwahrheit: Vertrauensbildung im Zeitalter der Fake News – Ergebnisse
Softcom hat seine Community nach ihrem Verhältnis zu Informationen befragt. Die Ergebnisse dieser Umfrage sind nun bekannt. Sie bieten ein aussagekräftiges, kritisches und in einigen Punkten auch alarmierendes Ergebnis. Hier finden Sie die wichtigsten Tendenzen Ihrer Antworten.
Falsche Informationen, alternative Wahrheiten, unaufhörlicher Medienlärm… Das vernetzte Zeitalter ist eine Quelle des Umbruchs. Von der Produktion über die Verbreitungskanäle bis hin zum Konsum hat sie ihr Gesicht radikal verändert. Einerseits versuchen die Medien, sich an die neuen Technologien anzupassen. Auf der anderen Seite sind die sozialen Netzwerke zu grenzenlosen Diskussionsforen mit ungeprüften Inhalten geworden.
Wem soll man also glauben?
Ist das Misstrauen und die Vertrauenskrise gegenüber den Informationen der sogenannten „offiziellen Medien“ die Ursache eines tieferen gesellschaftlichen Problems? Mit anderen Worten: Sind die Medien unter dem Druck des digitalen Wandels zu Opfern für die negativen Folgen in unserer vernetzten Welt geworden? Wäre dies nicht ein Zeichen dafür, dass wir die Art und Weise, wie wir informieren und uns informieren, neu definieren müssen?
Um gemeinsam Lösungen für die aktuelle Vertrauenskrise zu finden, hatten wir Ihnen einen Fragebogen vorgelegt, um Ihr Verhältnis zu den Medien und zur Information zu erfahren. Die Ergebnisse dieser Umfrage sind nun bekannt. Sie bieten ein aussagekräftiges, kritisches und in einigen Punkten auch alarmierendes Ergebnis. Hier finden Sie die wichtigsten Trends aus Ihren Antworten.
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Zunächst einige Informationen zur Umfrage. Softcom hat seine Umfrage unter seiner Community durchgeführt, zwei Drittel davon sind Männer. Die Befragten bewegen sich beruflich im Bereich IT und digitale Transformation. 83 % der Befragten haben eine Führungsposition inne (Mittlere Führungskraft, Projektmanager, Führung). 70% der Befragten sind zwischen 30 und 50 Jahre alt.
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Die gute Nachricht: Mehr als zwei Drittel der Befragten informieren sich 2 bzw. 8 Stunden pro Woche hauptsächlich durch das Lesen von Online-Presse. Danach folgen bezahlte Printmedien und soziale Netzwerke (57%). Das Fernsehen steht mit 52% an vierter Stelle.
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Bei der Frage, ob sie den Informationen, die sie konsumieren, vertrauen, ist die Feststellung gemischter. 76% der Befragten geben eine Note zwischen 5 und 10 (10 ist die beste Note), aber die Unterschiede zwischen diesen Noten sind gering. Das bedeutet, dass nicht alles perfekt ist und dass die Befragten Kritik und Misstrauen äußern.
Aber welche?
Sie sind auf mehreren Ebenen angesiedelt, sprechen aber alle das Problem des Informationsüberschusses unserer Zeit an. Zunächst die Medien, die aufgrund ihrer Abhängigkeit von Werbeeinnahmen und unter dem Druck der Unmittelbarkeit "Sensationslust und Emotionalität" oder zu "schlecht recherchierten und überprüften" Veröffentlichungen bevorzugen. Mehrere Befragte beklagen einen Verlust an Meinungsvielfalt in den Medien. Hinzu kommt das Misstrauen einer Minderheit der Befragten, die der Politik und den Institutionen völlig misstraut und die Medien als deren Vermittler beschuldigt.
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Die schärfste Kritik betrifft die sozialen Netzwerke. Die Befragten sind entsetzt darüber, dass jedermann ungeprüfte Informationen veröffentlicht. Dieser Mangel an Transparenz und die Verbreitung von Informationen führen eher zur Desinformation als zur Information. Vor allem aber würden sie das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber "guten", geprüften und mit Quellenangaben versehenen Informationen fördern, die jedoch ebenfalls in Frage gestellt werden. Und dann ist da noch die von einer großen Zahl von Befragten geteilte Feststellung, dass die Neugier und der kritische Geist der Bevölkerung immer mehr verarmt sind.
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Dies ist vielleicht der interessanteste, weil hoffnungsvollste Punkt der Umfrage. Eine große Mehrheit der Befragten erinnert daran, dass wir eine individuelle Verantwortung dafür haben, Informationen zu verstehen, zu lesen und zu diskutieren und nach relevanten Inhalten zu suchen. Sich gut zu informieren ist ein Lebensstil und ein mentaler Lebensstil, der eine gewisse Anstrengung erfordert. Es beseitigt nicht die Kritik, erinnert aber daran, dass es sich um eine kollektive Anstrengung handelt.






